EIA - infektiöse Anämie - Differenz.Diag. Ehrlichiose

EIA - infektiöse Anämie - Differenz.Diag. Ehrlichiose

Beitragvon Chris » So Jan 03, 2010 6:29 pm

Als Differenzialdiagnose zur Ehrlichiose hier die schlimme Variante EIA:
Ursache sind Retroviren (Retroviridae) (kurz für Reverse Transkriptase Onkoviren), sie sind eine große Familie behüllter Viren, die tierische Zellen infizieren. Retroviren sind behüllte Einzel(+)-Strang-RNA-Viren, (ss(+)RNA), deren Erbinformation als RNA vorliegt und die als DNA in das Genom der Wirtszelle eingebaut wird. Zu ihnen gehören die Erreger einiger weit verbreiteter Infektionskrankheiten, die sowohl beim Menschen als auch bei Tieren pandemisch bzw. epidemisch auftreten. Bekanntester Vertreter der Lentiviren ist das Humane Immundefizienz-Virus (HIV). Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Lentiviren
Diskussionen aus dem alten Forum:
EIA - equine infektiöse Anä....pdf

Infektiöse Anämie.pdf


Ich verfolge schon lange diesbezügliche Foreneinträge über EIA oder Einträge unter Borreliose, die der EIA täuschend ähnlich sind, oft ist nur ein einziges Pferd betroffen und steckt kein anders an, war aber EIA nachgewiesen mit den Cogginstest.
Diese Pferde im Forum, die mir auffallen wegen ähnlicher Symptome werden meistens alternativ behandelt wie die anderen BBH-pferde auch, wichtiger Faktor dabei das Weglassen aller Impfungen und starker Nervengifte der Wurmkuren. Was letztendlich dabei herausgekommen ist, weiß ich auch nicht!
Aus all diesen Beiträgen ziehe ich den Schluss, dass evtl. viel zu schnell und unüberlegt gekeult wird bei uns in Deutschland (in Italien z.B. wird nicht mehr gekeult bei EIA) , genauso wie bei der Vogelgrippe. Und da jeder Pferdebesitzer bzw. sein Pferd unter diesen Verdacht kommen kann, sollte man das durchaus näher beleuchten.

Hier ein Fachartikel über EIA, die gesetztlichen Bestimmungen dazu, die Tests, die Differenzialdiagnosen etc. - sollte zumindest ein TA oder THP wissen:
http://www.animal-health-online.de/drms/pferd/iae.pdf und der Tierseuchenkasse Sachsen:

http://www.tsk-sachsen.de/Programme/MerkEIA.pdf und http://www.frankenpost.de/nachrichten/k ... 69,1157446 und ein sehr guter Fachartikel der Pferdeklinik der Universität Bern in Zusammenarbeit mit TA Dr. Iben:

http://www.bvet.admin.ch/gesundheit_tie ... bNoKSn6A--

Falsch positive Coggingtest nach Impfungen oder medikamentöser Behandlung:

http://www.vetion.de/aktuell/archiv/akt ... 2=an%E4mie

Dieser Artikel wirft die Frage auf, wie oft Pferde unnötigerweise und zu schnell getötet werden.

Der Coggingstest ist schon sehr alt und er ist ein Antikörpertest. Ist das gleiche wie beim Antikörpertest bei Borna oder Borreliose oder Herpes, er besagt lediglich immer nur, dass das Pferd irgendwann damit in Berührung gekommen ist. Da die Behörden allerdings sagen, dass die Erreger persistierend sind - wie bei Borna und Herpes auch - genüge das, um alle auszurotten, nur so bekäme man das Virus in Griff. Also ist
"Der direkte Nachweis des Virus ist üblicherweise nicht notwendig lt. den Bestimmungen". :!:
Der Nachweis von viralem Erbmaterial aus Blutzellen ist mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) aber möglich (FLI 2006). Für die Differentialdiagnostische Abklärung anderer Blutkrankheiten ist Übersicht 2 (wegen der Größe auf nächster Seite) gedacht. (Anmerkung: Wird das immer gemacht? Ich glaube nicht)

Die chronische Verlaufsform
ist häufiger als die akute. Sie ist gekennzeichnet durch intermittierendes oder remittierendes Fieber und Anämie. In den ersten Monaten p.i. kann es zu klinischen Krankheitsschüben mit Fieber, Gewichtsverlust (auch bei teilweise erhaltenem Appetit), Depression, reduzierter Futteraufnahme, Ödembildung an Gliedmaßen und Unterbauch, petechialen Blutungen und Anämie kommen (FLI 2006)."
Es gab immer wieder einige Einträge bei uns im Forum, die dem sehr ähnlich klangen:

Subklinische Form
Es wird geschätzt, dass 30 – 90 % der infizierten Tiere keinerlei klinische Auffälligkeiten entwickeln (FLI 2006)."
So, diese latenten Pferde, die mit Sicherheit auch noch latente andere persistierende Erreger haben, werden jetzt z.B. geimpft oder aus anderen Gründen behandelt mit ABs oder Cortison etc und das Immunsystem schafft die zusätzliche Anforderung nicht mehr und sie werden akut krank. Haben wir immer wieder, besonders häufig beim Ausbruch des Bornavirus und ich nehme an, dass du als THP das auch weißt.

Ich hatte vor kurzem in einem anderem Forum diese Links eingestellt bei einem akutem Fall und danach gefragt, ob vorher großflächig im Stall geimpft worden sein - habe aber darauf keine Antwort bekommen :?
Es wäre mal sehr interessant, ob im obigen Stall innerhalb der letzten 4 Wochen geimpft wurde! Denn: als Überträger, Vektoren gelten Insekten, Stechviecher, deshalb eine Häufung im Zeiten, wo die Viecher gehäuft auftreten - jetzt ist aber Winter, also kein Stechzeugs. Woher kommt der Ausbruch im besagten Fall?

So und jetzt ist der Antikörpertest positiv - aber in unserem angenommenen Fall keine akuten Symptome. Was passiert?
"Im Falle eines positiven Befundes müssen die infizierten Tiere umgehend getötet werden...-"
Das wird auch gemacht, u.U. innerhalb von 24 Std. aufgrund eines veralteten Antikörpertests!!! - kein 2. Kontrolltest, gibt ja auch noch den ELISA-Test, auch ein Antkörpertest, aber ein anderer und bei allen chronischen Erkrankungen gilt inzwischen, dass die klinischen Symptome genau so wichtig sind. Bei der Borreliose beispielsweise gibts immer wieder falsch positive Tests, wo es der EBV ist oder was anderes.
Bevor du überhaupt nachdenken / reagieren kannst ist dein Pferd tot!
"Die erste Nachuntersuchung darf frühestens 21 Tage nach Tötung der letzten positiven Tiere erfolgen".
Hat in unserem Fall dein Pferd aber nichts mehr davon -auch wenn es nicht akut krank war und sein Immunsystem inzwischen u.U. schon wieder stabilisiert war durch entsprechende alternative Unterstützung.

Aber wie kommt es jetzt zu falsch positiven Tests bei der EIA?
„Wie uns das Untersuchungsamt Stendal per Fax mitgeteilt hat, waren die falsch positiven Ergebnisse auf unspezifische Reaktionen zurückzuführen.“
Ja diese unspezifischen Reaktionen wären es ja wohl mal Wert näher untersucht zu werden. Bei der Borreliosetests ist inzwischen nichts mehr sicher, das wird auch von jeden Fachmann inzwischen anerkannt, bei den Antikörper-Bornatests das gleiche. Bei der EIA also vermutlich dürfte es nicht anders aussehen.

Die Meinungen hierzu von THPs interressiert mich nun sehr im Interesse aller Betroffenen.
Hier nochmals alle Symptome der EIA:
    Das Leitsymptom ist die Anämie (Blutarmut)!
    Fieber bis 41/42 Grad
    Durst
    Gerötete Augen mit wässrigem Ausfluss
    Blasse (Folge des Hämoglobinmangels) und gelbe (Folge des freigesetzten Bilirubin - führt zu Gelbsucht - als Abbauprodukt des Häm-Anteils des Hämoglobins) Schleimhäute
    Hämorrhagien in Form punktförmige Blutungen (Petechien) in den Lidbindehäuten und in den Schleimhäuten, besonders am Zungengrund, infolge der Thrombozytopenie
    Konditionsverlust, Schwäche, Apathie, Depression, und damit verbunden häufiges Liegen infolge mangelnder Sauerstoffversorgung (Hypoxie) aufgrund der Anämie
    Ödeme (= Wasseransammlungen im Gewebe) an Gliedmaßen und Bauch infolge Reduktion des kolloidosmotischen Drucks des Blutplasmas aufgrund der Anämie (Blut bindet nicht mehr ausreichend Wasser, so daß dieses in den Zellzwischenräumen austritt und sich im Gewebe sammelt)
    Aborte
    Unfruchtbarkeit
    Unkordinierte Bewegungen (Ataxie)
    Kolik
    Appetitlosigkeit (Anorexie) bis hin zur Futterverweigerung, Gewichtsverlust
    Blut in den Pferdeäpfeln
    Herzrasen (Tychokardie) infolge der Anämie

Die perakute Form ist durch fehlende Symptome und akuten Tod gekennzeichnet.

Die akute Form ist in der milden Form nur durch Fieber kennzeichnet, das weniger als 24 Stunden andauern kann. Schwere Verläufe sind durch mehrere Tage anhaltendes hohes Fieber (40-42 Grad) gekennzeichnet. Daneben können Depressionen, punktförmige Blutungen in den Lidbindehäuten und Schleimhäuten, Kreislaufstörungen, Odembildungen, blutiger Durchfall, hämolytische Anämie und Thrombozytopenie, Tychokardie und vereinzelt Todesfälle auftreten. Die erkrankten Tiere sind infolge hohen Virustiters massive Ausscheider.

Die chronische Form ist durch wiederholte Krankheitsanfälle von 3-5 Tagen Dauer und symptomfreien Intervallen von 4-6 Wochen, die sich mit der Zeit stetig verlängern, gekennzeichnet. Die Symptome sind ähnlich wie bei der akuten Form, jedoch meist geringgradiger: Während der Krankheitsschübe sind Fieber, Punktblutungen, Ödembildung und Anämie zu beobachten. Die wiederholten Krankheitsschübe können zu reduzierter Nahrungsaufnahme, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit und Konditionsschwäche führen. Der Virustiter ist meist nur niedrig. Die chronische Form kann im Laufe der Zeit in die apparente Form übergehen.

Bei der inapparenten Form zeigen die infizierten Tiere keinerlei klinische Auffälligkeiten. Infizierte Tiere können nur durch Serodiagnostik identifiziert werden und stellen wegen des nur niedrigen Virustiters keine große Infektionsgefahr dar. Es wird geschätzt, dass 30-90% aller infizierten Tiere eine inapparente Verlaufsform aufweisen. Unter Stress- und Medikamenteneinfluß kann es jedoch zu kurzfristigen Erkrankungen kommen. Quelle: http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za433/eia.html

Und hier jetzt zur Unterscheidung die Ehrlichiose:
Die Ehrlichiose führt zu ähnlichen Symptomen wie bei der "Equinen Infektiösen Anämie" (EIA) siehe dazu: http://www.animal-health-online.de/drms/pferd/iae.pdf

Symptome Ehrlichiose Pferd:

Appetitlosigkeit
Fieber, Fieberschübe
Depressionen
gelblich Verfärbung derSchleimhäute (=Ikterus)
milde hämolytische Anämie,
Vergrößerung der Leber und Milz
Anämie (besonders in der chron. Phase)
Blutungsneigung (Schleimhäute)
Ödemen der Extremitäten und z.T. massiver Thrombozytopenie (= Verminderung der Blutplättchenzahl im periphereen Blut)

Die Ehrlichiose ist nur im Labor (großes Blutbild und Antikörperbestimmung oder besser den direkten Erregernachweis) von der EIA zu unterscheiden.

Auszug von http://www.laboklin.de:

Die Erkrankung
Die verschiedenen Ehrlichienspezies werden in drei verschiedene Klassen, basierend auf den Zelltyp, den sie infizieren, eingeteilt.
Bei einer Infektion mit E.canis kommt es zur Infektion der Monozyten und somit zur Caninen Monozytären Ehrlichiose (CME), bei der Infektion mit E. phagocytophila werden Granulozyten infiziert, was zur Caninen Granulozytären Ehrlichiose (CGE) führt.
Die Inkubationszeit bei Ehrlichia beträgt etwa 8-20 Tage, die dann in eine akute Phase von 2-4 Wochen übergeht. Klinische Symptome sind meist unspezifisch: Fieber, Anorexie, Dyspnoe, Anämie und Lymphadenopathie. In seltenen Fällen treten ZNS-Störungen auf.
In den ersten 10-20 Tagen sieht man Thrombozytopenie, wobei es aber eher selten zu spontanen Blutungen kommt. Danach kommt es unbehandelt meist zu chronischen Infektionsphasen.
Bei der Infektion mit E. phagocytophila sind die Symptome sehr ähnlich. Hinzu kommt aber in der Regel eine Polyarthritis mit neutrophilen Entzündungserscheinungen hinzu.

Die Therapie
Mittel der Wahl bei der Therapie der Ehrlichiose ist Doxycyclin in einer Dosierung von 10 mg/kg täglich für 28 Tage (Infectious Disease Group, ACVIM). 


Die Diagnose
Zur Diagnose der Ehrlichiose wird nach wie vor der indirekte Immunfluoreszenztest zur Antikörperbestimmung als “gold standardÃ?€? bezeichnet. Doch wird dies gerade bei chronisch erkrankten Tiere mit ihrer sehr geringen Antikörperproduktion schwierig. Hier sollte ein direkter Erregernachweis mit der PCR-Methode erfolgen, da gerade diese Tiere zur Verbreitung der Krankheit beitragen.

Der Nachweis

Ehrlichia canis-Antikörper (bei Tieren aus dem Süden*) - aus Serum oder Plasma

Ehrlichia phagocytophila-Antikörper (bei Hunden/Katzen aus Mitteleuropa*) - aus Serum oder Plasma [color=#0000BF]


Ehrlichia-PCR (EDTA-Blut/Knochenmarkpunktat/Zecke) [/color]
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Chris
 
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