Blei im Trinkwasser

Blei im Trinkwasser

Beitragvon Flower » Do Jul 15, 2010 3:16 pm

Blei im Trinkwasser
http://www.wdr.de/tv/ardbauen/sendungen ... 11_1.phtml
von Jörg Heimbrecht
WDR 11.07.2010: WDR, Sonntag, den 11.07.2010 16:30 Uhr im Ersten

Zitat, Quelle siehe Link!:

In jedem zehnten Haus stecken noch immer Bleirohre in der Wand, durch die Trinkwasser fließt. Und die muss der Hausbesitzer entfernen lassen, fordert das Umweltbundesamt.
Bildunterschrift: Abkochen hilft nicht gegen Blei]
„Blei ist insbesondere für Kleinkinder und Säuglinge von großer Bedeutung“, warnt Prof. Martin Exner, Leiter der Trinkwasserkommission des Umweltbundesamtes. „Hier kann es zu Nervenveränderungen und Nervenstörungen kommen. Es kann auch zu einer Verlangsamung des Denkens kommen. Aus diesem Grunde sagt man, dass es so entscheidend ist, gerade Säuglinge vor den Auswirkungen von Blei, u.a. auch über das Trinkwasser zu schützen.“
In Bonn im Haus von Julie Damian gibt es keine Bleileitungen. Deshalb nimmt sie warmes Wasser aus der Leitung, kocht das Wasser ab und macht ihrem sechs Monate alten Sohn ein Fläschchen. Und obwohl das warme Wasser aus einer bleifreien Leitung stammt, kann der kleine Kjell damit mehr Blei aufnehmen, als für ihn gesund ist.
Bildunterschrift: Rohlinge können bis zu zwei Prozent Blei enthalten]
Wir sind bei der Bruse KG in Attendorn im Sauerland. Hier werden aus glühenden Rohlingen Wasserhähne, Absperrventile und andere Trinkwasserarmaturen produziert. Und die Messinglegierung, aus denen die hergestellt werden, kann auch heute noch bis zu zwei Prozent Blei enthalten. „Das Blei ist in den Armaturen, damit die wasserführenden Wege einfacher gebohrt werden können“, klärt uns Stefan Schröer von der Bruse KG auf. Und das Blei, das dafür sorgt, dass solche Löcher leichter gebohrt werden können, wird durch warmes Trinkwasser besonders gut gelöst.
Wir wollen untersuchen, ob man wenigstens kaltes Wasser aus dem Hahn fürs Babyfläschchen verwenden darf. Deshalb haben wir Absperrventile, Wasserrohre und Wasserhähne eingekauft und im akkreditierten Indikator-Labor in Wuppertal mit Trinkwasser füllen lassen. Da bleiben sie über Nacht stehen. Dann wird das Wasser abgelassen und auf Schwermetalle untersucht. „Wir haben Schwermetalle gefunden in einer Vielzahl von Armaturen“, fasst Achim Schmottlach von der Indikator GmbH das Ergebnis zusammen. „Blei in recht hohen Konzentrationen, Nickel und auch Kupfer. Einige Armaturen waren aber auch nahezu frei von Schwermetallen.“
Viele Produkte sind belastet
Nur wenig Schwermetalle gaben an Wasser ab:
eine Mixomat-Armatur und ein Rohrnippel aus dem Bauhaus,
ein Hansgrohe-Waschtischmischer, gekauft bei hagebau,
eine Vitalis-Armatur und ein Kupferrohr, gekauft bei OBI,
ein Kupferrohr von Praktiker,
und eine Sirani-Armatur, die wir bei toom gekauft haben.
Mit Nickel belastet, was Allergikern gesundheitliche Probleme bereiten kann, war das Wasser aus den Mischbatterien Budget von Praktiker und Tratto, gekauft bei Hagebau.
Deutlich Blei gaben ans Wasser ab ein Standventil von Bahr, ein Ventil aus dem Bauhaus und ein Verbindungsnippel von Hellweg.
Und ein Absperrhahn von Hellweg belastete über Nacht das Wasser bei unserem Test so stark mit Blei, dass ein Baby, wenn es dieses Wasser in seinem Fläschchen trinkt, so viel Blei aufnimmt, wie die Weltgesundheitsorganisation für einen ganzen Tag für vertretbar hält. „Das ist kein Einzelfall, sondern das geht aus vielen Befunden hervor“, weiß Prof. Exner. „Aus diesem Grunde gilt ja, dass Wasser, das längere Zeit (in der Leitung) gestanden hat - wir sagen schon ab vier Stunden Stagnationszeit - solange ablaufen muss, bis es eine gleichmäßige, kühle Temperatur hat.“
Bildunterschrift: Dieses Logo weist auf ein bleifreies Produkt hin]
Dabei geht es auch anders. Schon seit fünf Jahren ist eine neue Legierung auf dem Markt, die weder Blei noch Nickel enthält. Daraus stellt die Firma Bruse, wie einige andere Firmen auch, Trinkwasserarmaturen her, die keine Schwermetalle ans Wasser abgeben können. Die bleifreien Absperrventile und Mischbatterien gibt es in keinem Baumarkt. Sie werden nur in wenigen Fachgeschäften verkauft und deshalb auch nur in kleinen Stückzahlen produziert. Auch deshalb sind sie zurzeit noch erheblich teurer als Armaturen, die Blei enthalten. Und vorgeschrieben werden die bleifreien Armaturen in nächster Zeit wohl auch nicht. Denn auch die bleihaltigen Hähne halten die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein, wie uns Hersteller und Händler mitteilten.
Weil mehrere Rohrstücke und Absperrventile im Haus das Wasser belasten können, müssen wir, wenn Wasser länger in der Leitung steht, also weiter bis zu zwei Liter ablaufen lassen, bevor wir damit Lebensmittel zubereiten. Damit unsere Kinder nicht eventuell später an Nervenveränderungen und Denkstörungen leiden, weil sie zuviel Blei aufgenommen haben.
Weitere Infos:
Angaben zu den Herstellern bleifreier Trinkwasserarmaturen erhalten Sie bei unserer Hotline WDR Fernsehen: Tel. 0221 56789-999.
Bitte beachten Sie: Nicht alle Trinkwasserarmaturen der dort genannten Hersteller/Lieferanten sind bleifrei.
 
Dieser Text gibt den Inhalt des Fernsehbeitrags von Ratgeber Bauen+Wohnen vom 11.07.2010 wieder, ergänzt um Zusatzinformationen der Redaktion. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
Flower
 
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Re: Blei im Trinkwasser

Beitragvon Barbara » So Aug 15, 2010 3:33 pm

Ziemlich erschreckend aber leider einleuchtend...
Barbara
 
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