Schreiben von der Medizinische Hochschule Hannover

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Chris
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Schreiben von der Medizinische Hochschule Hannover

Beitrag von Chris » Sa Dez 12, 2009 4:56 pm

Schreiben von der Medizinische Hochschule Hannover, Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Dr. med. Dr. phil. H.M. Emrich
An
Herrn Dr. Wolfgang Wodarg, Mitglied des Bundestages, Mitglied des parlamentarischen Gesundheitsausses
Sprecher der Mediziner:
http://tinyurl.com/ybpgnlj
Abteilung Klinische Psychiatrie
und Psychotherapie
Prof. Dr. med. Dr. phil. H.M. Emrich
Zentrum Psychologische Medizin
MHH Klinische Psychiatrie und Psychotherapie Carl-Neuberg-Str. 1 30625 Hannover
Herrn
Dr. Wolfgang Wodarg
Mitglied des Bundestages
Mitglied des parlamentarischen Gesundheitsausses
Sprecher der Mediziner
Ihr Zeichen Ihre Nachricht Mein Zeichen FAX Hannover, den
Die/ger 0511/532-6749 0511/532-2415 20.07.2006
Schließung der Arbeitsgruppe von Frau PD Dr. Liv Bode am Robert Koch-
Institut Berlin
Sehr geehrter Herr Dr. Wodarg,
mit Bezug auf unser Telefongespräch (mit dem Rechtsunterzeichnenden) Anfang
dieses Jahres möchten wir nachfragen, ob sich im Hinblick auf die Schließung des
Bornavirus-Arbeitsbereiches von Frau PD Dr. Liv Bode innerhalb des Robert Koch-
Institutes Neuigkeiten ergeben haben. Wir halten die Schließung des Berreiches und
damit die Beendigung der Bornavirus-Forschung für tragisch, nicht nur für Frau PD
Dr. Bode, sondern insbesondere für betroffene Patienten. Bei ihnen hat die
Schließung teilweise zu einer starken Verunsicherung geführt und zu Ängsten vor
unzureichender Forschung (und ggf. fehlender Entwicklung von
Therapiemöglichkeiten) beigetragen. Wir bitten Sie, Ihre Bemühungen um die
Klärung dieser Situation fortzuführen. Wir möchten die Hintergründe für diese Bitte
erläutern:
Wenngleich in den letzten Jahren die Frage nach der Bedeutung der humanen
Bornavirus(BDV)-Infektion für den Menschen durchaus sehr kontrovers diskutiert
MEDIZINISCHE HOCHSCHULE HANNOVER
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wurde, sind uns doch bisher keine Artikel bekannt, die sicher die Arbeiten von Frau
PD Dr. Bode widerlegen. In den letzten Jahren wurden hingegen Arbeiten publiziert,
die eine mögliche ätiopathogenetische Rolle des BDV für Menschen unterstützen.
Wir arbeiten nunmehr seit 10 Jahren an unterschiedlichen Projekten mit Frau PD Dr.
Bode zusammen, sowohl über die Frage, welche Bedeutung das humane BDV im
Hinblick auf die Ätiopathogenese psychiatrischer Erkrankungen hat, als auch
hinsichtlich der Wirksamkeit von Amantadin auf die Bornavirus-Infektion und den
Einfluss von BDV auf kognitive Funktionen bei psychiatrischen Erkrankungen. Die
Zusammenarbeit mit Frau PD Dr. Bode war immer durch einen zuvorkommenden
und freundschaftlichen Kontakt sowie sehr großes Engagement und Kompetenz
geprägt. Für uns gab bisher keinen Zweifel an der hohen wissenschaftlichen
Bedeutung ihrer Arbeit, auch vor dem Hintergrund von Publikationen, die die
Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe nicht replizieren konnten. Diese Auffassung wurde
einerseits unterstützt durch die Tatsache, dass Frau PD Dr. Bode als
Wissenschaftlerin im RKI lange etabliert tätig war und andererseits durch die von
uns klinisch fassbaren Erfolge, die wir mit der Amantadin-Therapie bei Bornavirusinfizierten
Patienten sehen und anhand elektrophysiologischer Daten, die wir parallel
zu den BDV-Befunden von Frau PD Dr. Bode erhoben haben. So ist eine Studie
abgeschlossen und steht vor der Publikation, in der nachgewiesen werden konnte,
dass der Erfolg der Behandlung mit Amantadin bei Bornavirus-infizierten Patienten
von dem Ausmaß der Bornavirus-Infektion, in diesem Fall von dem Ausmaß der
BDV-Antikörper abhing. Andere Arbeiten konnten darüber hinaus darstellen, dass
elektrophysiologische Korrelate von Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozesse in
Abhängigkeit auch von anderen BDV-Parametern (z.B. CICs) signifikant verändert
waren. Dieser Befund kann nur dadurch erklärt werden, dass virologische oder
immunologische Faktoren hier mit einer Veränderung der neuronalen Aktiviertheit im
Zusammenhang stehen. Wenn dies nun nicht Bornavirus-assoziierte Parameter
gewesen sein sollen, dann müssten dies zumindest andere immunologische Co-
Faktoren gewesen sein, die wiederum mit den von Frau PD Dr. Bode gemessenen
Befunden im Zusammenhang stehen. Die von uns erhobenen klinischen und
neurophysiologischen - größtenteils bisher noch unpublizierten - Daten, sprechen
dafür, dass die von Frau Bode gemessenen Antikörper mit dem klinischen Verlauf
sowie kognitiven Funktionen psychiatrischer Erkrankungen korrelieren.
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Herr Prof. Dr. Kurth teilte uns mit, dass Untersuchungsbefunde dafür sprechen
sollen, dass die von Frau PD Dr. Bode gemessenen BDV-Daten nicht valide sind.
Diese Befunde sind uns bis heute nicht bekannt geworden. Selbst unter diesen
Voraussetzungen empfehlen wir dringend eine weitere Überprüfung der Befunde, da
aus unserer Sicht die bisher erhobenen Daten dafür sprechen, dass sich hinter den
Befunden ein ganz relevanter Einfluss auf die menschliche Informationsverarbeitung
und Ätiopathogenese psychiatrischer Erkrankungen verbergen könnte und diese
damit von großer gesundheitspolitischer Bedeutung ist. Umso wichtiger erscheint es,
die Bornavirus-Forschung nicht zu beenden, sondern auf eine breitere Basis zu
stellen und fortzusetzen.
Wir bitten Sie daher, die wissenschaftliche Klärung der Frage, welche Bedeutung die
humane Bornavirus-Infektion für den Menschen hat, durch Ihr Engagement weiter zu
fördern. Wir befürchten bei einem Einstellen der Bornavirus-Forschung durch das
RKI einen großen Schaden für die Bornavirus-Forschung selbst und nicht zuletzt für
die betroffenen Menschen. Für Ihre bisherige Unterstützung in dieser Sache danken
wir ganz herzlich.
Für weitere Rückfragen stehen wir jederzeit sehr gerne zur Verfügung und
verbleiben
mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Dr. H.M. Emrich Prof. Dr. D. Dietrich




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Dr. Wodarg an Frau Dr. Heidi Knake-Werner
Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, Berlin wegen Blutspenden
http://tinyurl.com/ygvfo47

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