Proteinbausteine der GABA-B-Rezeptoren

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Chris
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Proteinbausteine der GABA-B-Rezeptoren

Beitrag von Chris » Mi Apr 21, 2010 8:19 am

gefunden von Doris:
Quelle: DGN, 20.04.2010
Neu: Proteinbausteine der GABA-B-Rezeptoren
Forscher haben lange gesuchte Bausteine eines der wichtigsten
Neurotransmitter-Rezeptoren des zentralen Nervensystems entdeckt. Die
Forschungsergebnisse wurden von der renommierten Wissenschaftszeitschrift
"Nature" online veröffentlicht.

Den Forschern um Prof. Bernhard Bettler (Universität Basel) und Prof. Bernd
Fakler (Universität Freiburg) ist es gelungen, die Zusammensetzung von
GABA-B-Rezeptoren des Gehirns umfassend zu analysieren. Dabei haben sie vier
Mitglieder einer bislang uncharakterisierten Genfamilie, der sogenannten
KCTD-Proteine, als neue Bestandteile der GABA-B-Rezeptorkomplexe
identifiziert.

Wie die Forscher zeigen konnten, bestimmen die KCTD-Proteine sowohl die
pharmakologischen als auch die biophysikalischen Eigenschaften der
GABA-B-Rezeptoren. Unter anderem erklären die neu identifizierten Proteine,
warum bereits bekannte Untereinheiten die Eigenschaften der Hirnrezeptoren
nicht reproduzieren konnten.


Wichtige Neurotransmitter

GABA-Rezeptoren (Gamma-amino-Buttersäure) sind die wichtigsten hemmenden
Neurotransmitter-Rezeptoren des zentralen Nervensystems. Sie verhindern,
dass Nervenzellen zu stark aktiviert werden, was zu neurologischen und
psychiatrischen Erkrankungen wie Krampfanfällen, Depressionen oder
Angstzuständen führen kann.

Bekannt sind zwei unterschiedliche Rezeptortypen: Die GABA-A-Rezeptoren sind
für die schnelle Hemmung im Gehirn verantwortlich und Angriffspunkt
wichtiger Medikamente wie zum Beispiel Valium (Diazepam). Die
GABA-B-Rezeptoren sind für eine länger andauernde Hemmung der Nervenzellen
wichtig. Medikamente, die GABA-B-Rezeptoren aktivieren, werden zur
Behandlung der Spastik bei Rückenmarksverletzungen und Multipler Sklerose
sowie bei Narkolepsie und Suchterkrankungen eingesetzt.

Die jetzt in "Nature" veröffentlichten Erkenntnisse könnten von grossem
therapeutischem Nutzen sein, da die neuen Untereinheiten Rezeptortypen mit
unterschiedlicher Signalübertragung und pharmakologischen Eigenschaften
generieren. Damit sollte es möglich werden, Medikamente zu entwickeln, die
einen bestimmten Rezeptorsubtyp selektiv beeinflussen. Von solchen
Medikamenten erhoffen sich die Forscher sowohl weniger Nebenwirkungen als
auch neue therapeutische Anwendungsmöglichkeiten.

Neben diesen speziellen Anwendungen ist die Arbeit der Basler und Freiburger
Physiologen für die Pharmaindustrie noch aus einem weiteren Grund von
grossem Interesse. GABA-B-Rezeptoren gehören zur Familie der
G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR), der grössten und vielseitigsten
Gruppe von Membranrezeptoren. In der Medizin nehmen GPCR eine
Schlüsselposition ein: Etwa 60% aller verschreibungspflichtigen Medikamente
wirken auf diese Rezeptoren. Die Entdeckung, dass GPCR komplexer aufgebaut
sind und zusätzlich zu den Rezeptorproteinen noch weitere spezifische
Untereinheiten enthalten, die deren Signaltransduktion entscheidend
beeinflussen, könnte die Anzahl unterschiedlicher GPCR und damit möglicher
Zielproteine für Arzneimittel sprunghaft ansteigen lassen.

Originalbeitrag:
Native GABA-B receptors are heteromultimers with a family of auxiliary
subunits
Jochen Schwenk et al.; Nature
advance online publication, 18 April 2010
doi: 10.1038/nature08964

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