Praktische Indikation und Therapie mit Amantadin

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Barbara
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Praktische Indikation und Therapie mit Amantadin

Beitrag von Barbara » Mi Aug 11, 2010 8:04 am

Ich habe jetzt viel über die Bornadiagnostik und Therapie gelesen und würde das gerne nochmal hier rekapitulieren.

Also: Eine Amantadintherapieindikation besteht bei jedem, bei dem psychische Symptome und nachweisbare zirkulierende Bornaimmunkomplexe im Blut nachweisbar sind (wobei bis "fraglich positiv" Grenzentscheidungen zu fällen sind).
Die Therapie erfolgt dann -schulmedizinisch- mit 200-300mg Amantadin pro Tag für 3-6 Monate. Die Dauer der Therapie richtet sich nach dem klinischen Erfolg. Nebenwirkungen sind eher selten.Es wird wohl berichtet, dass Halluzinationen auftreten können (kann jemand das praktisch bestätigen?).Trotzdem sollte vor Beginn der Einnahme, nach 2-3 Wochen und dann jährlich ein EKG geschrieben werden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Alkohol, evtl Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit und Kontraindikationen sind natürlich zu beachten.
So ist eine aktuelle Therapieempfehlung:
1. - 3. Tag: 1 mg/kg KGW
4. - 90. Tag: 2-9 mg/kg KGW

Parallel abzuklären sind Begleitinfektionen/Probleme wie z.B.Borreliose, EBV und Schwermetallbelastung.Falls diese (wie es wohl häufig der Fall ist) auch vorliegen müssen sie mitbehandelt werden.


Mich würden noch praktische Erfahrungsberichte (von Betroffenen) interessieren und die Frage wie man dauerhaft damit umgeht. Immer wieder neu entscheiden je nach Gesundheit und Verlauf der Immunkomplexe? Dauerhafte Einnahme? Oder ist häufig auch nach drei Monaten alles wieder gut?
Und sind bei Amantadin eigentlich auch positive Wirkungen gegen EBV nachgewiesen? Wäre ja eigentlich bei einem Virustatikum zu erwarten?

Chris
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Re: Praktische Indikation und Therapie mit Amantadin

Beitrag von Chris » Fr Aug 13, 2010 7:20 am

Antworten durch Prof. H. Ludwig:
Also: Eine Amantadintherapieindikation besteht bei jedem, bei dem psychische Symptome ...
nein, zuerst sollte eine diagnostische Untersuchung gemacht werden
- und nachweisbare zirkulierende Bornaimmunkomplexe im Blut nachweisbar sind (wobei bis "fraglich positiv" Grenzentscheidungen zu fällen sind).
Die Grenzentscheidung sollte beruhen auf Symptomatik und Laborparametern
Die Therapie erfolgt dann -schulmedizinisch- mit 200-300mg Amantadin pro Tag für 3-6 Monate
am besten 1-3 Tage mit 1mg/kg KG einschleichen , dann je nach Schweregrad 2-4 (-9) mg/kg KG täglich, möglichst früh einnehmen.
Die Dauer der Therapie richtet sich nach dem klinischen Erfolg…
das könnte man so sagen, aber zwischendurch Laborteste wiederholen.
Nebenwirkungen sind eher selten…..
stimmt, die Berichte sind ganz seltene Einzelfälle; Amantadin ist ohne Nebenwirkung, wird schon 30 Jahre gegen Grippeviren gegeben….
Es wird wohl berichtet, dass Halluzinationen auftreten können (kann jemand das praktisch bestätigen?).Trotzdem sollte vor Beginn der Einnahme, nach 2-3 Wochen und dann jährlich ein EKG geschrieben werden…
.
könnte man machen lassen…
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Alkohol, evtl Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit und Kontraindikationen sind natürlich zu beachten….
wurden allerdings nicht berichtet….
So ist eine aktuelle Therapieempfehlung:
1. - 3. Tag: 1 mg/kg KGW
4. - 90. Tag: 2-9 mg/kg KGW…
.
9 ist falsch; ist zu hoch; wir empfehlen, was für Influenza angegeben ist: 2-4 mg/kg KG…
Mich würden noch praktische Erfahrungsberichte (von Betroffenen) interessieren und die Frage wie man dauerhaft damit umgeht. Immer wieder neu entscheiden je nach Gesundheit und Verlauf der Immunkomplexe? Dauerhafte Einnahme? Oder ist häufig auch nach drei Monaten alles wieder gut?...
wenn nach 3 Mon. keine Besserung und hohe Laborwerte, sollte weiter behandelt werden.
Und sind bei Amantadin eigentlich auch positive Wirkungen gegen EBV nachgewiesen? Wäre ja eigentlich bei einem Virustatikum zu erwarten?

Amantadine wirkt nur auf Bornavirus….

Barbara
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Re: Praktische Indikation und Therapie mit Amantadin

Beitrag von Barbara » Fr Aug 13, 2010 2:29 pm

Klasse, damit sollte doch jeder was als Info anfangen können.Vielen Dank.
Wenn man im Internet so googelt oder Gebrauchsinformationen liest hört man ja doch immer wieder von Nebenwirkungen die einen eventuell vor einer Einnahme zögern lassen. Schön, wenn sich das so eindeutig aus kompetenter Hand relativieren lässt (ohne dass ich zu unkontrolierter,unnützer oder unreflektierter Einnahme rate oder das Medikament verniedliche !!!).

Barbara
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Re: Praktische Indikation und Therapie mit Amantadin

Beitrag von Barbara » Fr Sep 10, 2010 7:10 am

Habe jetzt mehr praktische Erfahrungen mit Amantadin gemacht und bin sehr positiv angetan von den Erfolgen in der Praxis. Ich habe mit dem Schema oben behandelt und obwohl man Nebenwirkungen wie teilweise heftige Unruhe, Schwitzen, Schlafprobleme (häufiges Aufwachen und intensives träumen) und anfangs auch unklare Bauchbeschwerden beobachten konnte sah man nach einiger Zeit deutliche Stimmungsaufhellung,der "Nebel im Kopf" ging weg, Sehstörungen beim nächtlichen Autofahren verbesserten sich. Gelenkbeschwerden wurden weniger, insgesamt "mehr Energie". Wenn ich noch häufiger solche Erfolge beobachte werde ich noch "großflächiger" mit Amantadin behandeln.
Ich gebe es wohl in der Kombination mit Fluoxetin und verschiedenen Vitaminen, Chlorella, Koriander und Bärlauch-die können natürlich auch ihren Anteil am Erfolg beigetragen haben. Aber für sich alleine hatte ich bisher weder mit Vitaminen noch mit Fluoxetin solchen Erfolg.
Ach ja, auch noch der Hinweis dass man Amantadin nicht plötzlich absetzen darf- man muss es unbedingt auch wieder ausschleichen!!!

Chris
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Re: Praktische Indikation und Therapie mit Amantadin

Beitrag von Chris » Do Feb 24, 2011 10:34 am

Ich habe mal nach einem Link gesucht, der beschreibt, wie man im off-label-Verfahren verfährt. Grund war, dass ich wieder mal angerufen worden war, dass eine Betroffene nach Rat fragte, weil weder ihr Neurologe noch ihr Hausarzt ihr Amantadin verschrieben wollte. Es gibt da einige Links davon, wobei man sieht, dass es bei vielen Medikamenten - gerade auch im Bereich der Psychiatrie - üblich ist, off-label-Medikamente zu verschreiben.
1. http://www.bvdn.de/main/img.php?SID&bild_id=3295 - Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie 2007
Da mir in der Regel zu Ohren kommt von Betroffenen, dass viele Neurologen oder gar Psychiater nichts wissen wollen von der Amantadinbehandlung, fand ich hier Seite 17 interessant.
Einrichtung einer Expertengruppe zur Bewertung von Off-label-Anwendungen bei: Amantadin bei Fatigue durch MS
Viele Erfahrungswerte und Studien sprechen dafür, dass das Bornavirus sowohl beim CFS - chronic Fatique Syndrom - chronisches Müdigkeitssyndrom als auch bei MS als Mitverursacher angesehen wird und abgecheckt werden sollte! Und die Bornaforschungsgruppe um Prof. Ludwig und Dr. Bode hat in einem 10-jährigen Forschungsprojekt am RKI eindeutig in vielen Studien nachgewiesen, dass Amantadin zu 80 % hilft bei z.B. Manisch-Depressiven, die bornainfiziert waren!

2. Link: auch ganz aufschlussreich: http://www.pharmasuisse.org/data/Oeffen ... el-1_d.pdf

3. Link: jetzt werden wir mal ein bisschen sarkastisch- der stand ganz vorn bei google auf der 1. Seite: http://drgeldgier.wordpress.com/2010/04 ... ionierung/

Chris
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Fallbeispiele über erfolgreiche Amantadinbehandlungen

Beitrag von Chris » Mo Feb 13, 2012 7:17 pm

Anonyme Fallebeispiele

Fall 1)
Anonymisierter Patienten Bericht Febr. 2012-02-13
Die Symptome waren verschwunden, auch wenn ein cic-Wert noch da war.

Lieber Prof……..;

im Juni letzten Jahres haben wir wegen meines Sohnes telefoniert. Der Kontakt wurde uns von……. empfohlen, nachdem unser Sohn einen heftigen psychotischen Schub durchlebt hatte und die Untersuchung auf Bornaviren positiv war, d.h. der ermittelte Wert der zirkulierenden Immunkomplexe lag bei 0,63 ( 3-fach positiv). Nach unserem Gespräch haben mein Mann und ich beschlossen, die Behandlung mit Amantadin bei unserem Sohn durchzuführen, obwohl unser Kinderarzt alles ziemlich " abenteuerlich " fand.
Die Behandlung haben wir konsequent über 90 Tage ( vielleicht sogar etwas länger ) gemacht und……hat es auch sehr gut vertragen.
Anschließend haben wir nochmal eine Blutprobe eingeschickt und der Wert lag diesmal bei 0,43 ( 2-fach positiv).
Das Ergebnis hat uns überrascht, da wir mit einem wesentlich niedrigerem Wert gerechnet hätten. Unsere Laienvorstellung war, dass das Amantadin die zirkulierenden Immunkomplexe zerstört und die Kontrolluntersuchung einen unauffälligen Befund liefert......
….sohn… geht es wieder richtig gut, nur das Ergebnis können wir so gar nicht einordnen und ehrlich gesagt, beunruhigt es mich auch.
Es wäre schön, wenn Sie zur Klärung beitragen könnten. Über eine kurze Nachricht wären wir sehr dankbar!!

Mit herzlichen Grüßen aus……………….

Chris
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Re: Praktische Indikation und Therapie mit Amantadin

Beitrag von Chris » Di Dez 03, 2013 5:39 pm

Immer wieder gibt es Probleme, dass Ärzte Amantadin nicht verschreiben wollen.
Hier noch mal ein paar neue Links, gibt ja jetzt den sog. Nikolaus-Erlass, nachdem sogar die Krankenkassen das bezahlen müßten, da die Schulmedizin ja nichts anderes hat gegen Bornaviren!

Amantadin kann auch der Hausarzt verschreiben, ist vielleicht besser als vom Psychiater, die wollen alle nur Psychopharmika und Antidepressiva für die Pharmalobby loswerden.
Der Knackpunkt ist, dass Amantdin im off-label-Verfahren verschrieben wird, da es nur für Influenza und Parkinson zugelassen wurde, da weigern sich viele.
Siehe dazu http://www.g-ba.de/institution/sys/faq/78/
Offensichtlich haben aber viele Ärzte Angst, dass sie haftbar gemacht werden, wenn Probleme damit auftauchen.
Amantadin ist aber ein sehr altes Medikament und das einzige, was die Schulmedizin gegen Bornavirus hat, was nachweislich in der 10-jährigen Forschungsstudie am RKI getestet wurde. So gesehen, sollte der Arzt das eigentlich verschreiben.
und neu:
da es das einzige schulmed. Medikament gegen bornavirus ist, müßte es eigentlich sogar die Krankenkasse bezahlen nach dem sog. Nikolaus-Entscheidung, siehe
http://www.openpr.de/news/753535.html

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